Strohmann: „Wer Toleranz einfordert, muss sie auch selbst leben“

CDU kritisiert Ausschluss der FDP vom Bremer CSD
Eine Regenbogenflagge hängt aus dem Fenster

Die CDU Bremen zeigt sich überrascht über die Ausladung der FDP vom diesjährigen Christopher Street Day in Bremen und bedauert die Entscheidung der Veranstalter. Hintergrund ist ein Antrag der FDP aus dem Vorjahr, in dem sie sich gegen die Verwendung von Gendersprache in Behörden ausgesprochen hatte.

„Queere Menschen sind gleichberechtigter Teil unserer Gesellschaft. Sie haben ein Recht auf Schutz, freie Entfaltung und Respekt – egal, wen sie lieben oder wie sie leben“, erklärt Heiko Strohmann, Landesvorsitzender der CDU Bremen. „Dieser Grundkonsens eint die demokratischen Parteien. Umso wichtiger ist es, dass wir das Verbindende über das Trennende stellen. Gerade in Zeiten, in denen queere Menschen massiv unter Druck geraten, sollten wir zusammenstehen – nicht ausgrenzen.“

Die CDU Bremen verweist dabei auf jüngste Drohungen gegen den Bremer CSD und eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung: „Wenn wir als Demokratinnen und Demokraten für LGBTQ-Rechte einstehen, darf Parteitaktik keinen Platz haben. Es braucht ein möglichst breites Bündnis gegen Diskriminierung und für Vielfalt – auch über Differenzen in Einzelpositionen hinweg“, so Strohmann weiter. „Wer Toleranz einfordert, muss sie auch selbst leben – dazu gehört auch, legitime Meinungsunterschiede in Sachfragen wie etwa der Gendersprache auszuhalten.“

Strohmann verweist darauf, dass auch die CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft dem FDP-Antrag zugestimmt hatte – „weil wir der Meinung sind, dass Verwaltungssprache verlässlich, neutral und eindeutig sein muss. Sie folgt damit einer anderen Logik als die persönliche oder politische Ausdrucksweise, über die jede Person, jeder Verein und jede Partei frei selbst entscheiden dürfen muss.“ 

Die CDU Bremen wird zusammen mit ihrer LSU am CSD teilnehmen. „Wir wollen zeigen, dass die Anliegen des CSD nicht nur Nischenthemen sind, sondern in der Mitte der Gesellschaft ihren Platz haben“, so Strohmann. Er lädt Mitglieder der FDP ausdrücklich ein, sich der CDU auf der Veranstaltung anzuschließen. „Für ein starkes, sicheres und vielfältiges Bremen – ohne Ausgrenzung, aber mit Haltung.“

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Zur Kritik von Bürgermeister Andreas Bovenschulte am Umgang der Union mit der Linkspartei erklärt Heiko Strohmann, Landesvorsitzender der CDU Bremen:

In Berlin haben die Spitzen von Linkspartei, Grünen und SPD den Weg für Sondierungsgespräche zur Bildung einer Regierungskoalition freigemacht. Damit könnte der Landesverband der Linken, der zuletzt durch enge Verbindungen zu Antisemiten, Terroristen und zur Clan-Kriminalität aufgefallen ist, künftig die Regierende Bürgermeisterin stellen. Dazu äußert sich Dr.